Innungsfeier am 04. Juni 2017 im Wertachbrucker Tor Turm

Am 04.06.2017 fand im Wertachbrucker Tor Turm eine kleine Feier zu Ehren unseres Turmwärters Anton Bischof statt. Unter den Gästen waren unter anderem Herr Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Herr Winfried Striebel, welcher für die Augsburger Zeitung die Bonifaz-Geschichten schrieb. Die Anwesenheit unseres Oberbürgermeisters ist für uns ein Beleg, das der Stellenwert des Handwerks und insbesondere des Schreinerhandwerks in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht durchaus hoch eingeschätzt wird.

Schon beim Empfang wurde unser Anton durch die Ankunft von Herrn und Frau Striebel überrascht. Seit vielen Jahren war es Herrn Bischof ein großes Anliegen, den Schreiber der Bonifaz-Geschichten kennen zu lernen, da dieser unter anderem auch über das Schreinerhandwerk schrieb. Die Überraschung ist uns durchaus gelungen.

Dass Herr Dr. Kurt Gribl neben den Veranstaltungen zum Sudetendeutschen Tag auch für uns Zeit gefunden hat ist tatsächlich bemerkenswert. Der Oberbürgermeister bestätigte mit seinen Worten den Stellenwert der Schreiner die das Wertachbrucker Tor zu neuem Leben erweckten. Durch die aufwendige Renovierung des Turmes und anschließende Nutzung durch die Schreiner, konnte der Turm auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ihm ist keine vergleichbare Leistung für die Gesellschaft bekannt. Die Aktivitäten von unserem Anton Bischof sind Herrn Dr. Gribl schon sehr früh aufgefallen. In Augsburg ist unter anderem die Kinderschreinerei, die Wertachbrucker-Tor-Feste und sein Engagement im Goldenen Saal Verein bekannt. Auch für weitere historische Bauwerke hat sich Anton immer eingesetzt. Der Oberbürgermeister sagte, es war ihm wichtig, sich für geleistetes und weiteres Engagement bei Anton und der Schreiner-Innung zu bedanken.

Nach dem Mittagstisch begann Obermeister Gebhard Winter mit seiner Laudatio. Er zeigt die Leistungen des Handwerks für unsere Gesellschaft auf, so stellt das Handwerk in Deutschland 13% aller Arbeitsplätze, erwirtschaftet acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes und beschäftigt 27% aller Auszubildenden. Ausbildung ist ein Mehrwert für unsere Gesellschaft, sie kostet Geld, Kraft und dient ausschließlich der Sicherung von Fachkräften.

In unserer modernen Gesellschaft ist viel Wissen verbreitet. Johann Wolfgang von Goethe schrieb dazu in Wilhelm Meisters Wanderjahre: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“ Nachhaltigkeit ist ein viel benutztes Schlagwort unserer Zeit. Wahrscheinlich wird dabei meistens eher anhaltend oder dauerhaft gemeint. Der eigentliche Sinn, nur so viel zu entnehmen, dass zukünftige Entwicklungen nicht gefährdet werden, oder mindestens so viel (z. B. in Ausbildung) zu investieren das sich die Gesellschaft entwickeln kann, bleibt in der Regel im Hintergrund. Dabei geht es in erster Linie um Engagement und nicht nur um Geld. Wir Schreiner sind da nah dran.

Unser Anton Bischof hat Jahrzehnte lang mit unglaublich viel Ehrgeiz in unserer Innung, für das Handwerk und für die Gesellschaft mit angepackt. Nicht nur er, da sind viele weitere noch lebende oder bereits verstorbene Kollegen mit einzubeziehen. Beispielhaft wurde Herr Adolf Olbrich, Herr Otto Klaus und Herr Erwin Schwab genannt. Heuer hat Anton noch 60-jähriges Betriebsjubiläum. Eine lange Zeit, in der er viel Erfahrung sammeln konnte. Anton war Augsburg, der Stadtgeschichte und der Berufsgeschichte immer sehr verbunden. Wenn er davon erzählt, sieht man die Begeisterung.

Anton ist ein herausragendes Beispiel. Er zeigt, dass Einsatz für das Gemeinwohl auch begeistern kann, und das Umfeld beeinflusst.

Jeder der sich in unserer Gesellschaft für das Gemeinwohl einsetzt und das mit Begeisterung, hat regelmäßiges Lob verdient.

Auch wenn unser Anton sich jetzt aus Altersgründen von der Turmbetreuung etwas distanziert, hoffen wir doch, dass er uns auch zukünftig noch unterstützt. Auch seine Erfahrung kann uns noch gute Dienste leisten.

Für die Organisation bedankt sich die Schreiner-Innung bei Frau Elisabeth Winter und allen Helferinnen und Helfern.